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Eigene App für Creator: aus geliehener Reichweite wird Ihre Plattform

Eigene App für Creator: aus geliehener Reichweite wird Ihre Plattform

Ihre Reichweite gehört Ihnen nicht. Das ist keine Schwarzmalerei, sondern schlicht die Geschäftsgrundlage jeder Social-Media-Plattform: Wer Ihre Inhalte sieht, entscheidet ein Empfehlungssystem, dessen Regeln sich ändern können, ohne dass Sie gefragt werden. Solange alles gut läuft, fällt das nicht auf. Es fällt an dem Tag auf, an dem eine Ankündigung, die vor einem Jahr Zehntausende erreicht hätte, plötzlich in der Nische verschwindet.

Genau deshalb verwalten immer mehr Creator ihre Inhalte, ihre Produkte und ihre Community über eine eigene App. Nicht, weil eine App etwas Magisches kann, sondern weil eine Installation auf dem Startbildschirm eine Beziehung ist, die niemand dazwischen abdrehen kann. Was das praktisch bringt, wie schnell aus Reichweite Installationen werden, was am Ende mehr vom Umsatz übrig lässt und wann eine gute Website völlig ausreicht, schauen wir uns hier der Reihe nach an.

Was eine eigene App kann, was ein Profil nicht kann

Der Unterschied liegt nicht in der Funktionsliste, sondern darin, wer die Regeln macht. Auf einer fremden Plattform arbeiten Sie innerhalb eines Rasters: bestimmte Formate, bestimmte Längen, bestimmte Möglichkeiten zu verkaufen, und ein Empfehlungssystem, das entscheidet, wer Sie überhaupt sieht. In der eigenen App fallen diese Grenzen weg. Konkret heisst das:

  • Werbeflächen in eigener Hand: Kooperationen und eigene Angebote stellen Sie so dar, wie es zu Ihrer Marke passt, und behalten die Erlöse daraus vollständig.
  • Direkte Kommunikation: Eine Ankündigung, ein neuer Inhalt oder ein Verkaufsstart erreicht die Menschen, die Ihre App installiert haben, unmittelbar. Ohne Umweg über eine Empfehlungslogik.
  • Kontrolle über den Weg zur Bestellung: Vom ersten Kontakt über die Produktseite bis zum Kauf liegt jeder Schritt in Ihrer eigenen Anwendung. Sie können an der Stelle nachbessern, an der Menschen tatsächlich abspringen, statt dort, wo eine Plattform es gerade zulässt.
  • Gestalterische Freiheit: Funktionen, die genau zu Ihrer Community passen, lassen sich umsetzen, auch wenn es sie sonst nirgends gibt. Das ist der Punkt, der sich am schwersten messen lässt und oft den Ausschlag gibt.

Beim letzten Punkt ist uns die Rollenverteilung wichtig: Die kreativen Ideen kommen von Ihnen. Sie wissen, was Ihre Community will, wir wissen, wie man es baut. Unsere Aufgabe ist es, Ihre Vorstellung technisch so umzusetzen, wie sie gedacht war, und nicht, sie in ein vorhandenes Raster zu pressen.

Von der Sichtbarkeit zur Installation: warum der Weg bei Ihnen kurz ist

Der teuerste Teil an einer App ist normalerweise nicht die Entwicklung, sondern der Weg zu den ersten Nutzerinnen und Nutzern. Unternehmen bezahlen dafür Werbung, oft über Monate. Bei Ihnen ist dieser Posten weitgehend schon bezahlt, denn Sie haben die Aufmerksamkeit bereits. Eine Empfehlung aus dem eigenen Kanal wirkt zudem anders als eine gekaufte Anzeige, weil sie von einer Person kommt, der ohnehin gefolgt wird.

Das verschiebt die ganze Rechnung. Wo ein Unternehmen ohne Publikum erst ein Marketingbudget braucht, bevor die App überhaupt eine Chance hat, können Sie die Installation direkt aus Ihren bestehenden Inhalten heraus anstossen. Rechnen Sie trotzdem nicht damit, dass alle mitkommen. Ein Teil Ihres Publikums wird sich nichts installieren, und das ist in Ordnung. Genau darum geht es beim nächsten Punkt: Die App richtet sich nicht an alle, sondern an die, bei denen sich der engere Kontakt lohnt.

Was vom Umsatz bleibt: eine Beispielrechnung

Wenn Sie etwas verkaufen, entscheidet der Verkaufsweg mit darüber, wie viel bei Ihnen bleibt. Auf fremden Marktplätzen und Plattformen zahlen Sie für jede Bestellung eine Provision. Über eine eigene App oder Website zahlen Sie im Wesentlichen die Gebühr Ihres Zahlungsanbieters. Pro Bestellung wirkt der Unterschied klein, über ein Jahr ist er erheblich.

Die folgende Tabelle ist ein Rechenmodell, keine Auswertung eines echten Projekts. Angenommen sind 1’000 Bestellungen im Jahr mit einem durchschnittlichen Warenkorb von CHF 60, also CHF 60’000 Jahresumsatz. Provisionen von Marktplätzen und Gebühren von Zahlungsanbietern unterscheiden sich je nach Anbieter, Land und Produktkategorie deutlich. Die verwendeten Sätze sind bewusst runde Annahmen.

VerkaufswegAngenommener SatzKosten bei CHF 60’000 Umsatz
Physisches Produkt über einen fremden Marktplatz12 % ProvisionCHF 7’200
Physisches Produkt über eigene App oder Website2,5 % ZahlungsgebührCHF 1’500
Digitales Produkt über den Kauf im App-Store, reduzierter Satz15 % ProvisionCHF 9’000
Digitales Produkt über den Kauf im App-Store, Standardsatz30 % ProvisionCHF 18’000
Digitales Produkt über den eigenen Web-Verkauf2,5 % ZahlungsgebührCHF 1’500

Bei physischen Produkten wie Merchandise bleiben in diesem Modell rund CHF 5’700 pro Jahr mehr bei Ihnen. Dieser Vorteil ist tatsächlich erreichbar, denn Apple und Google verlangen für physische Waren und für Dienstleistungen, die ausserhalb der App erbracht werden, gar keine Provision. Beide schreiben in ihren Regeln sogar ausdrücklich vor, dass solche Käufe nicht über das Bezahlsystem des Stores laufen dürfen. Wer physische Produkte verkauft, spart also nicht am App-Store, sondern an den Provisionen der Marktplätze und Plattformen, die sonst dazwischenstehen.

Bei digitalen Produkten liegt der Fall anders, und hier bleiben wir ehrlich. Für digitale Inhalte, die in der App genutzt werden, verlangen die Stores ihre Beteiligung. Bei Apple sind das 30 Prozent, reduziert auf 15 Prozent für Anbieter, die im Vorjahr höchstens eine Million US-Dollar erlöst haben. Google Play arbeitet mit einem vergleichbaren Modell aus Standardsatz und reduziertem Satz. Der Verkauf über das eigene Web bleibt deutlich günstiger, aber der Weg dorthin ist reglementiert und unterscheidet sich zusätzlich nach Region. Diese Detailregeln ändern sich regelmässig, deshalb breiten wir sie hier bewusst nicht aus. Für Ihr konkretes Vorhaben klären wir sie vorher.

Und eine Einordnung gehört dazu: Die gesparten Gebühren müssen Entwicklung und Betrieb der App erst einmal tragen. Bei CHF 5’700 im Jahr ist das eine Rechnung über mehrere Jahre. Wirtschaftlich interessant wird eine eigene App deshalb meist erst dann, wenn zur Ersparnis etwas Zweites dazukommt: zusätzlicher Umsatz aus dem wiederkehrenden Kontakt, den es ohne App nicht gegeben hätte. Wer nur die Provision einsparen will, sollte vorher rechnen. Wer zusätzlich die Beziehung zu seiner Community vertiefen will, rechnet mit zwei Effekten statt mit einem.

Der ehrliche Einwand: Reicht nicht auch eine Website?

Sehr oft: ja, jedenfalls für den Anfang. Fast alles bis hierher lässt sich auch mit einer guten Website lösen. Sie ist günstiger im Einstieg, sofort erreichbar, braucht keine Freigabe in einem Store und keine Installation. Wer heute Merchandise oder einen Kurs verkaufen will, ist damit schneller am Ziel.

Der Unterschied zeigt sich nicht beim ersten Besuch, sondern beim zehnten. Eine Website wird aufgerufen, wenn jemand gerade daran denkt, danach ist der Kontakt vorbei. Eine installierte App bleibt sichtbar, darf sich mit einer kurzen Mitteilung auf dem Sperrbildschirm melden und wird dadurch regelmässig statt einmalig genutzt. Mit spielerischen Elementen wie Punkten, Serien oder Abzeichen lässt sich dieser wiederkehrende Kontakt zusätzlich verstärken. Genau dieser Unterschied zwischen kurzem Besuch und dauerhafter Beziehung ist der eigentliche Grund für eine App.

Daraus ergibt sich der Weg, den wir in vielen Fällen empfehlen: zuerst die Website, danach die App. Die Website übernimmt die Breite, ist für alle erreichbar und hat die niedrigste Einstiegshürde. Die App übernimmt anschliessend die Tiefe, mit den weiterführenden Funktionen für die Menschen, die wirklich dabeibleiben wollen. Das ist ein Trichter, der gut funktioniert: viele Menschen erreichen, einen Teil davon zur Installation bewegen und mit diesem Teil dann dauerhaft arbeiten.

Dieser gestaffelte Weg funktioniert allerdings nur, wenn die Website von Anfang an so gebaut ist, dass sie später zur App werden kann. Sonst beginnt in zwei Jahren alles noch einmal von vorne. Wie wir das technisch lösen, steht im Beitrag App entwickeln lassen: iOS, Android und Web aus einem Guss. Wenn Sie zuerst den Webteil einschätzen möchten, hilft Ihnen unsere Übersicht zu Kosten und Einflussfaktoren einer Website.

Woran Sie erkennen, ob sich eine eigene App für Sie lohnt

Statt einer allgemeinen Empfehlung hier die Merkmale, die aus unserer Sicht für eine App sprechen. Je mehr davon auf Sie zutreffen, desto eher trägt sich der Aufwand.

  • Sie haben bereits ein Publikum. Eine App gewinnt keine neuen Menschen von selbst. Sie vertieft eine Beziehung, die schon besteht.
  • Sie verkaufen regelmässig und zahlen dafür heute Provisionen. Dann lässt sich der Vorteil rechnen, statt ihn zu vermuten.
  • Ihre Community soll wiederkehren, nicht einmal vorbeischauen. Wenn Ihr Angebot vom regelmässigen Kontakt lebt, ist die Installation den Aufwand wert.
  • Sie haben eine Idee, die auf keiner Plattform vorgesehen ist. Genau dort zahlt sich eine eigene Anwendung am schnellsten aus.
  • Sie wollen unabhängiger von einer einzelnen Plattform werden. Das ist ein strategischer Grund, kein rechnerischer, und für viele der wichtigste.

Trifft wenig davon zu, ist eine gute Website die richtige Antwort. Das sagen wir Ihnen auch dann, wenn Sie mit einer fertigen App-Idee zu uns kommen.

Fazit: aus Reichweite wird etwas, das Ihnen gehört

Eine eigene App macht aus geliehener Sichtbarkeit eine Plattform, über die Sie selbst bestimmen. Sie erreichen Ihre Community direkt, gestalten Funktionen nach Ihrer Idee statt nach fremdem Raster, und bei Verkäufen bleibt mehr von Ihrem Umsatz übrig. Ein Selbstläufer ist das nicht: Die Ersparnis muss die Entwicklung tragen, und ein Teil Ihres Publikums wird nichts installieren. Aber es sind Vorteile, die eine Website in dieser Form nicht bietet.

Wir bei Schiemer Software entwickeln genau solche Plattformen, aus einer gemeinsamen Grundlage für Android, iPhone und den Browser, und übernehmen auf Wunsch auch die Veröffentlichung in den Stores und die Betreuung danach. Wie wir grundsätzlich arbeiten, lesen Sie im Beitrag über massgeschneiderte Softwarelösungen.

Erzählen Sie uns Ihre Idee. Wir sagen Ihnen offen, ob eine Website reicht, ob sich eine App bei Ihrer Grösse rechnet oder ob der gestaffelte Weg über beides der klügere Start ist. Die Angebotslegung ist kostenlos und unverbindlich.

Schiemer Software
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