Ein Monteur steht auf der Baustelle und braucht die aktuelle Spesenregelung. Eine neue Kollegin will wissen, wie eine Krankmeldung abläuft. Jemand im Lager sucht die Durchwahl der Person, die für Reklamationen zuständig ist. Drei ganz normale Fragen, drei Anrufe ins Büro, drei Unterbrechungen. Und in den meisten Unternehmen ist die Antwort auf alle drei längst dokumentiert. Nur eben nicht dort, wo gerade jemand danach sucht.
Genau hier liegt der praktische Nutzen einer eigenen App für Ihre Mitarbeitenden. Sie bringt verstreutes Firmenwissen und viele kleine Verwaltungsabläufe an einen Ort, den alle jederzeit erreichen, auch unterwegs und auch auf dem eigenen Smartphone. Wir zeigen, was konkret hineingehört, was die Nutzung auf privaten Geräten voraussetzt, und rechnen an einem Modell durch, ab wann sich der Aufwand trägt. Und wir sagen ehrlich, wann Sie diese App nicht brauchen.
Was die Suche nach Informationen wirklich kostet
Der grösste unsichtbare Kostenfaktor in vielen Unternehmen ist die Suche nach Informationen, die es längst gibt. Das Tückische daran: Diese Kosten tauchen in keiner Auswertung auf. Niemand bucht zehn Minuten auf „Regelung gesucht“. Sie verteilen sich in kleinen Portionen über den Tag und fallen jedes Mal doppelt an, bei der Person, die fragt, und bei der Person, die antwortet.
Dazu kommt ein zweiter Effekt, der noch schwerer zu messen ist. Wenn eine Information schwer zu finden ist, wird irgendwann nicht mehr gesucht, sondern geschätzt. Dann arbeitet die eine Filiale nach der Regelung von letztem Jahr, während die andere die aktuelle kennt. Das kostet keine Minuten, sondern erzeugt Fehler, Nacharbeit und im schlechtesten Fall eine unzufriedene Kundin.
Am stärksten trifft das die Menschen, die nicht am Schreibtisch sitzen. In der Werkstatt, auf der Baustelle, im Aussendienst, in der Filiale oder im Lager öffnet niemand zwischendurch ein Intranet im Browser. Das Gerät, das dort tatsächlich in der Hand liegt, ist ein Smartphone.
Das Nachschlagewerk in der Hosentasche
Eine unternehmenseigene App macht aus diesem verstreuten Wissen ein Nachschlagewerk, das jederzeit griffbereit ist. Interne Richtlinien, Abläufe, Anleitungen, Ansprechpersonen und Formulare liegen an einem Ort und sind durchsuchbar, statt sich auf Ordner, E-Mail-Anhänge, Aushänge und mündliche Auskunft zu verteilen.
Für Ihre Mitarbeitenden bedeutet das weniger Nachfragen und schnellere Antworten. Für Sie bedeutet es, dass alle mit demselben, aktuellen Stand arbeiten. Wenn sich eine Regelung ändert, ändert sie sich an einer Stelle und gilt sofort für alle. Das ist der eigentliche Unterschied zu einem Ordner auf dem Server: nicht die Suchfunktion, sondern die Gewissheit, dass die gefundene Fassung auch die gültige ist.
Was sonst noch hineingehört: kleine Abläufe an einem Ort
Wenn die App einmal auf den Geräten ist, wird sie schnell mehr als ein Nachschlagewerk. Denn ein grosser Teil der Verwaltungsarbeit besteht aus kleinen, wiederkehrenden Abläufen, die heute über unterschiedliche Wege laufen und genau deshalb Reibung erzeugen. Diese Abläufe lassen sich standardisiert in einer App abbilden:
- Informationen zur Firmenpolitik: Neuerungen, Regelungen und Entscheidungen erreichen alle gleichzeitig und bleiben nachlesbar, statt in einer E-Mail-Flut unterzugehen.
- Transparenz bei der Abrechnung: Lohnabrechnungen, Stundenübersichten oder Spesenabrechnungen sind selbst einsehbar. Das erspart der Personalabteilung Rückfragen und gibt Mitarbeitenden das gute Gefühl, jederzeit nachsehen zu können.
- Formulare und Umfragen: Urlaubsanträge, Meldungen, Rückmeldungen zu einer Neuerung oder eine kurze Mitarbeiterbefragung laufen über denselben Kanal. Sie bekommen strukturierte Antworten statt zwanzig frei formulierter E-Mails.
- Unternehmenskontakte auf dem Gerät: Die relevanten Nummern stehen direkt im Adressbuch, aktuell und ohne manuelles Nachpflegen. Wer angerufen wird, sieht einen Namen statt einer unbekannten Nummer.
Der eigentliche Gewinn liegt nicht in einer einzelnen dieser Funktionen, sondern in der Summe. Jeder Ablauf für sich ist klein. Zusammen ergeben sie den Unterschied zwischen einer Verwaltung, die ständig nachfragt und erinnert, und einer Verwaltung, die einmal bereitstellt und danach nur noch Ausnahmen bearbeitet. Grundsätzlich lassen sich sehr viele Verwaltungsabläufe auf diese Weise standardisieren. Welche sich bei Ihnen wirklich lohnen, hängt davon ab, wo heute am meisten Zeit versickert.
Auch auf dem privaten Handy: Was BYOD bringt und was es voraussetzt
Richtig wirksam wird das alles erst, wenn der Zugang auch auf privaten Geräten möglich ist. Der Fachbegriff dafür ist BYOD, kurz für „bring your own device“: Mitarbeitende nutzen ihr eigenes Smartphone für berufliche Zwecke. Der Vorteil liegt auf der Hand. Sie müssen keine Geräteflotte anschaffen und verwalten, und die Information ist genau dort, wo ohnehin mehrmals täglich hingeschaut wird. Für alle ohne festen Arbeitsplatz ist das oft der einzige Weg, auf dem interne Informationen zuverlässig ankommen.
Diese Bequemlichkeit hat eine Bedingung, die wir gerne früh ansprechen. Sobald Firmeninformationen auf privaten Geräten liegen, brauchen Sie eine klare Antwort auf drei Fragen: Wer darf welche Inhalte sehen? Was passiert bei einem verlorenen Gerät? Und wie entziehen Sie den Zugang, wenn jemand das Unternehmen verlässt? Das sind lösbare Fragen, aber sie gehören in die Planung und nicht in den laufenden Betrieb. Wer sie vorher klärt, bekommt den Komfort ohne das unangenehme Restrisiko.
Eine vierte Frage kommt aus der Praxis dazu: Nicht alle wollen Berufliches auf dem privaten Gerät haben. Wir empfehlen deshalb, die Nutzung auf privaten Geräten freiwillig zu halten und immer einen zweiten Weg offenzuhalten, etwa den Zugriff über den Browser am Arbeitsplatzrechner. Das kostet in der Umsetzung wenig und nimmt der Einführung viel Widerstand.
Rechnet sich das? Ein Modell zum Nachrechnen
Weil sich der Nutzen aus vielen kleinen Beträgen zusammensetzt, wird er leicht unterschätzt. Die folgende Rechnung ist bewusst ein Modell mit runden Annahmen und keine Messung aus einem Kundenprojekt. Setzen Sie Ihre eigenen Zahlen ein, dann sehen Sie schnell, in welcher Grössenordnung Sie sich bewegen.
| Annahme | Wert |
|---|---|
| Mitarbeitende | 30 |
| Zeit pro Person und Tag für Suchen und Nachfragen | 10 Minuten |
| Arbeitstage im Jahr | 220 |
| Suchzeit im Unternehmen pro Jahr | rund 1’100 Stunden |
| Anteil, den ein gepflegtes Nachschlagewerk abfängt | angenommen 30 Prozent |
| Eingesparte Zeit pro Jahr | rund 330 Stunden |
330 Stunden entsprechen knapp einem Fünftel einer Vollzeitstelle. Diese Zeit lässt sich allerdings nicht als Stelle einsparen, denn sie fällt in Minutenportionen über dreissig Personen verteilt an. Was Sie realistisch gewinnen, sind weniger Unterbrechungen, kürzere Wege bei Rückfragen und eine spürbar entlastete Verwaltung. Das ist weniger spektakulär als eine eingesparte Stelle und im Alltag deutlich wertvoller.
Und es gibt eine Bedingung, an der solche Vorhaben tatsächlich scheitern: Die Ersparnis tritt nur ein, wenn die Inhalte gepflegt werden. Ein Nachschlagewerk mit veralteten Regelungen ist schlimmer als keines, weil ihm niemand mehr vertraut und alle wieder anrufen. Wer eine solche App einführt, muss festlegen, wer Inhalte aktuell hält. Das ist keine technische Frage, sondern eine organisatorische, und sie gehört vor den Projektstart.
Intranet, Website oder App: Was reicht wann?
Nicht jedes Unternehmen braucht dafür eine App. Wenn Ihre Belegschaft ohnehin den ganzen Tag am Rechner sitzt und ein Intranet oder eine gemeinsame Dateiablage bereits gut gepflegt und tatsächlich genutzt wird, dann lösen Sie das Problem günstiger mit besserer Struktur als mit einem neuen Werkzeug. Eine App verbessert keine Inhalte, die niemand aktualisiert.
Der Unterschied zeigt sich bei der Erreichbarkeit im Alltag. Eine Weboberfläche wird geöffnet, wenn jemand am Rechner sitzt und gezielt danach sucht. Eine installierte App liegt auf dem Startbildschirm, ist mit zwei Fingertipps offen und kann sich mit einer kurzen Mitteilung selbst melden, wenn eine wichtige Neuerung ansteht. Genau dieser Unterschied entscheidet darüber, ob Menschen ohne Schreibtisch mitbekommen, was im Unternehmen gilt.
Für eine App spricht es, wenn mehrere dieser Punkte zutreffen: Ein relevanter Teil Ihrer Belegschaft arbeitet ohne festen Arbeitsplatz. Dieselben Fragen kommen immer wieder. Mehrere Verwaltungsabläufe sollen zusammengeführt werden. Und es gibt jemanden, der die Inhalte verantwortet. Trifft davon wenig zu, sagen wir Ihnen das offen, auch wenn Sie mit einer fertigen App-Idee zu uns kommen.
Fazit: aus verstreutem Wissen wird ein verlässlicher Ort
Eine Mitarbeiter-App ist kein Prestigeprojekt, sondern ein sehr praktisches Werkzeug gegen alltägliche Reibung. Sie macht Firmenwissen auffindbar, bündelt kleine Verwaltungsabläufe an einem Ort und erreicht auch die Menschen, die nie im Intranet unterwegs sind. Die Bedingungen dafür sind überschaubar: geklärte Zugriffsrechte, ein Plan für private Geräte und jemand, der die Inhalte pflegt.
Wir entwickeln solche Anwendungen aus einer gemeinsamen Grundlage für Android, iPhone, Browser und Windows-Rechner, sodass Sie nicht für jede Geräteart getrennt bezahlen. Wie das im Detail abläuft und was wir dafür von Ihnen brauchen, steht im Beitrag App entwickeln lassen: iOS, Android und Web aus einem Guss.
Wenn Sie überlegen, ob sich das bei Ihnen lohnt, beginnen Sie nicht bei der Funktionsliste, sondern bei der Frage, welche drei Auskünfte Ihre Verwaltung diese Woche am häufigsten geben musste. Genau da würden wir im Gespräch ansetzen. Die Angebotslegung ist kostenlos und unverbindlich. Wie wir grundsätzlich arbeiten, lesen Sie im Beitrag über massgeschneiderte Softwarelösungen.
Häufige Fragen
Wir nutzen bereits Microsoft 365 oder ein Intranet. Brauchen wir dann noch eine App?
Oft nicht sofort. Wenn ein vorhandenes Werkzeug gepflegt wird und die Belegschaft es tatsächlich nutzt, ist bessere Struktur der günstigere Weg. Eine eigene App lohnt sich vor allem dann, wenn ein relevanter Teil Ihrer Leute nicht am Rechner arbeitet, wenn Sie mehrere Abläufe zusammenführen wollen oder wenn Sie Funktionen brauchen, die das bestehende Werkzeug nicht abbildet.
Müssen Mitarbeitende dafür ihr privates Handy hergeben?
Wir empfehlen ausdrücklich, die Nutzung auf privaten Geräten freiwillig zu halten und immer einen zweiten Zugangsweg anzubieten, etwa über den Browser am Arbeitsplatzrechner oder über ein Firmengerät. Das erhöht die Akzeptanz deutlich. Wie Sie das arbeitsrechtlich in Ihrem Betrieb regeln, klären Sie bitte mit Ihrer Personalabteilung oder Ihrer Rechtsberatung.
Was passiert, wenn ein Gerät verloren geht?
Der Zugang gehört so gebaut, dass er zentral entzogen werden kann, ohne dass jemand das Gerät in der Hand haben muss. Dasselbe gilt beim Austritt aus dem Unternehmen. Wir legen diese Fälle gemeinsam mit Ihnen fest, bevor entwickelt wird, weil sie beeinflussen, wie Inhalte gespeichert und wie Rechte vergeben werden.
